10.5.2023
# diversifikation# aktien# immobilien# risikostreuung

Diversifikation


Finanzexpert:innen raten Anleger:innen, ihre Finanzanlagen zu diversifizieren, um das Investitionsrisiko zu streuen und somit Totalverluste zu verhindern oder sie zumindest auszugleichen. Wie Diversifikation definiert wird, welche Vor- und Nachteile die Risikostreuung beim Investieren mit sich bringt und wie Anleger:innen richtig diversifizieren, erklären wir hier.



Inhaltsübersicht

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"Definition Diversifikation"

Diversifikation: Definition

Diversifikation, auch Diversifizierung, ist ganz allgemein eine Strategie für das Risikomanagement und bedeutet nichts anderes als „Streuung“. Sie kann nicht nur als Investitionsstrategie eingesetzt werden, sondern auch für jegliche strategische Angelegenheiten wie unternehmerische oder staatliche Risikovermeidung, wird aber vor allem im Investitionskontext angewendet. Diversifikation dient der Vermeidung von Klumpenrisiken, die entstehen, wenn zu viel Kapital in einzelnen Investitionen, miteinander verwandten Sektoren oder ähnlichen Anlageinstrumenten gebunden ist.

 

Diversifikation in unterschiedlichen Bereichen

Am Kapitalmarkt wird Diversifizierung zum Beispiel durch  die Verteilung in unterschiedliche Sektoren, Länder oder Anlagemöglichkeiten erzielt. Im Immobiliensektor beispielsweise kann eine Diversifizierung dadurch erfolgen, dass in unterschiedliche Standorte, verschiedene Nutzungsarten oder Anlagemöglichkeiten investiert wird. Durch eine Investition in Immobilienaktien lässt sich schon mit vergleichsweise einfachen Mitteln und geringem Kapitaleinsatz ein breit diversifiziertes Portfolio aufbauen.

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"Vertikale und horizontale Diversifikation"

 

Vertikale vs. horizontale Diversifikation

 

Vertikale Diversifikation

Bei der vertikalen Diversifikation verteilen Investor:innen das Kapital innerhalb einer Risikoklasse. Hierbei kann ebenfalls eine gute Risikostreuung erreicht werden, vor allem wenn die Aktien aus verschiedenen Branchen und global gewählt werden. Die vertikale Diversifizierung ist für Anleger:innen geeignet, die sich für ein bestimmtes Anlageprodukt entschieden haben.

Beispiel:
25.000 Euro Kapital wird verteilt auf:
•    5.000 Euro Tesla-Aktien
•    5.000 Euro Telekom-Aktien
•    5.000 Euro LVMH-Aktien
•    5.000 Euro Netflix-Aktien
•    5.000 Euro Apple-Aktien

 

Horizontale Diversifikation

Wenn der oder die Anleger:in auf unterschiedliche Anlageformen setzt, die verschiedenen Risikoklassen angehören, spricht man von einer horizontalen Diversifikation. Mit dieser Option streuen Investor:innen nicht nur das Risiko, sondern optimieren gleichzeitig die potentielle Rendite.

 

Beispiel:
25.000 Euro Kapital wird verteilt auf:
•    5.000 Euro deutsche Aktien
•    5.000 Euro Festgeld
•    5.000 Euro Immobilienfonds
•    5.000 Euro Staatsanleihen 
•    5.000 Euro ausländische Nebenwerte

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"Vor- und Nachteile eines diversifizierten Portfolios"

 

Vor- und Nachteile eines diversifizierten Portfolios
 

Der große Vorteil der Diversifikation liegt in der Risikominimierung. Wer seine Finanzanlagen sinnvoll kombiniert und streut, kann große Kapitalverluste vermeiden. Anleger:innen reduzieren beim Investieren das Portfoliorisiko und müssen gleichzeitig nur wenig Abstriche bei der Rendite machen. Je diversifizierter das Portfolio, desto besser das Rendite-Risiko-Verhältnis.

Ein Beispiel: Wer in nur eine Aktie investiert, geht das hohe Risiko ein, bei fallenden Aktienkursen oder gar einer Rezession alles zu verlieren. Investor:innen mit einem diversifizierten Portfolio hingegen können diesen Verlust immerhin ausgleichen, wenn sie beispielsweise auch in Immobilien oder Edelmetalle investiert haben.

Zudem können durch eine gute Diversifizierungsstrategie erzielbare Erträge potenziert werden. Anleger:innen, die eine sehr sichere Kapitalanlage bevorzugen, entscheiden sich gleichzeitig für eine eher unrentable Investition. Wer aber dieses Kapital diversifiziert, kann einen Teil risikoarm und renditenschwach anlegen und den anderen Teil risikoreicher, dafür aber mit einer deutlich besseren Rendite. Der Gesamtbetrag des Portfolios mit Diversifikation fällt in der Regel also höher aus als ohne.

Wie bei allen Anlagemöglichkeiten gibt es auch bei der Diversifizierung Nachteile. Zwar kann sie große Verluste ausgleichen, gleichzeitig aber auch die potenziellen Gewinne nach oben einschränken. Sowohl Gewinne als auch Verluste bewegen sich somit näher am Marktdurchschnitt.   

Des Weiteren kann die Diversifikation zu risikoreichem Handeln führen, nur um des Investierens willen. Anleger:innen sollten deshalb nur in die Bereiche investieren, in denen sie sich auskennen.

Ein sehr hoch diversifiziertes Portfolio bringt auch mehr Verwaltungsaufwand mit sich als ein weniger diversifiziertes.

Um von den Vorteilen der Diversifikation zu profitieren, sollten Anleger:innen nur mit fundiertem Wissen investieren und die richtige Balance finden.

 

Investmentfonds mit automatischer Diversifikation

Wer keine Zeit hat oder sich nicht die Mühe machen möchte, sich selbst um die Diversifizierung des Portfolios zu kümmern, kann in Investmentfonds investieren. Hierbei wird das Geld der Anleger:innen ebenfalls in unterschiedliche Aktien investiert. Auch beim Anlegen in Exchange Traded Funds (ETFs)  findet automatisch eine Diversifizierung statt.

 

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"Worauf es bei der Diversifikation zu achten gilt"

Worauf sollten Anleger:innen bei der Diversifikation achten?

  • Die Wertentwicklung der unterschiedlichen Anlageformen sollte so wenig wie möglich korrelieren.
  • Sie sollten vor dem Investieren eine fundierte Diversifikationsstrategie entwickeln, um eine ausgewogene  Vermögensstruktur zu erhalten.
  • Ausreichend Wissen in den Bereichen, in die investiert werden soll, aufbauen.
  • Kleinanleger:innen können auch mit wenig Kapital diversifizieren, z. B. mit ETFs.
  • Investor:innen, die eine Alternative zum Kauf einer Immobilie suchen, haben die Möglichkeit, in REITs und offene oder geschlossene Immobilienfonds zu investieren.

 

Hinweis: Die Informationen in diesem Artikel dienen nur zu Informationszwecken und stellen keine Anlageberatung dar. Um spezifische Anlageempfehlungen zu erhalten, sollte eine Überprüfung und Beratung durch eine qualifizierte Fachperson erfolgen.


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