22.8.2023
# exchange traded funds# passive anlagestrategie# etf sparplan

Exchange Traded Funds (ETFs)


In den letzten Jahren ist die Begeisterung für ETFs (Exchange Traded Funds) bei Anleger:innen immer mehr gestiegen. Denn mit den börsengehandelten Indexfonds legen Investor:innen einfach und kostengünstig in Aktien und andere Assetklassen an. ETF-Sparpläne helfen dabei, langfristig ein Vermögen aufzubauen.

Wie ETFs genau funktionieren, welche Vorteile und Nachteile es gibt und was es beim Anlegen zu beachten gilt, erklären wir hier.



Inhaltsübersicht

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"Definition ETFs"

ETFs: Definition

„Exchange Traded Funds“ (ETFs) sind strenggenommen – und auf Deutsch wörtlich übersetzt – börsengehandelte Fonds. Im engeren Sinne versteht man darunter aber in der Regel Aktienfonds mit einer passiven Anlagestrategie.

ETFs sind meistens Indexfonds, das bedeutet: Diese Fonds versuchen, die Wertentwicklung eines Index, etwa des Deutschen Aktienindex (DAX) oder des Weltaktienindex MSCI World, möglichst exakt nachzubilden. Daher spricht man in der Regel bei ETFs auch von passivem Fondsmanagement. Anders als beim aktiven Fondsmanagement wird für einen ETF kein individuelles Portfolio zusammengestellt. Die Zusammenstellung und die Wertentwicklung der Fonds orientieren sich an den gewählten Aktienindizes.

Diese Indizes können große Aktienmärkte oder Anleihemärkte umfassen, aber auch spezialisiert sein auf bestimmte Aktiensegmente oder Branchen. Ein ETF performt dann nahezu genauso wie der Index, den er abbildet, da die Anteile der einzelnen Aktien im ETF vom Anbieter regelmäßig den Anteilen im Benchmark-Index angepasst werden. 

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"Auswirkungen von Marktveränderungen auf ETFs"

 

Indexabbildung von ETFs am Beispiel DAX

Geht der DAX beispielsweise um einen Prozent nach oben, strebt auch ein DAX-ETF dieselbe Performance an. Das gilt natürlich auch für den umgekehrten Fall: Mit einem Rückgang des Indexwerts verzeichnet auch der Fonds ein entsprechendes Minus. ETFs unterliegen also wie alle anderen Fonds den Schwankungen des Marktes. Eine nennenswerte  Outperformance gegenüber dem jeweiligen Benchmark-Index ist als Definition nicht möglich – und auch gar nicht beabsichtigt.
 

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"Vor- und Nachteile von ETFs"

Vor- und Nachteile von ETFs

ETFs sind aufgrund ihrer Eigenschaften, der relativ geringen Kosten und der Transparenz beliebt, vor allem auch bei Privatanleger:innen. Trotzdem gibt es wie bei anderen Investitionsmöglichkeiten Vor- und Nachteile beim Anlegen mit ETFs.

 

Vorteile von ETFs
 

  • Im Vergleich zu gemanagten Anlagemöglichkeiten sind ETFs kostengünstig.
  • Dank ETF-Sparplänen kannst du auch mit kleinen Beiträgen regelmäßig sparen.
  • Du hast eine hohe Transparenz über die Wertentwicklung.
  • Investor:innen profitieren vom Cost-Average-Effekt.
  • ETFs werden an europäischen Börsen gehandelt.
  • Sie sind risikoärmer als andere Anlagemöglichkeiten, da das Risiko mit ETFs breiter gestreut werden kann.
  • Sie gelten als Sondervermögen und sind dadurch geschützt.
     

 

Nachteile von ETFs
 

  • Wie bei anderen Aktienfonds auch gibt es Risiken, insbesondere das des Kursrückgangs des Referenzindex .
  • Verlustphasen können auch mehrere Jahre anhalten, daher sind ETFs nicht für kurzfristige Investitionen geeignet.
  • Themen-ETFs (z. B. Krypto) sind nicht unbedingt für den Vermögensaufbau geeignet, sondern eher für die Spekulation – nicht alle ETFs sind risikoärmer als andere Anlagemöglichkeiten.
  • Es wird nicht antizyklisch investiert, da ETFs Aktien nachkaufen, die im Kurs gestiegen sind, und Aktien verkaufen, die im Kurs gesunken sind. 
  • In Marktphasen mit wenig Liquidität kann sich der Börsenkurs eines ETFs vom Wert der darunterliegenden Portfolios entkoppeln, sodass man bei einem Verkauf nicht den Gegenwert der Aktien im ETF erhält.
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"Funktionsweise von ETFs"

 

Wie funktionieren ETFs?  

Anleger:innen, die ETFs kaufen möchten, legen zunächst ein Wertpapier-Depot an, das man bei verschiedenen Anbietern auswählen kann. Je nachdem, wie sich die im ETF enthaltenen Wertpapiere entwickeln, erzielst du mit deinen ETFs Gewinne, aber auch Verluste – das hängt davon ab, ob der zugrundeliegende Index steigt oder fällt.

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, wie ETFs die Performance ihres Referenzindex nachbilden: ETFs können die Aktien entweder selbst physisch in ihr Portfolio nehmen, dann spricht man von vollständig replizierenden physischen ETFs. Doch nicht immer kann ein Index hundertprozentig nachgebildet werden. Sind die darin enthaltenen Aktien weit gestreut, kann es sinnvoll sein, sich auf die wichtigsten mit der größten Indexgewichtung zu konzentrieren (Sampling). Zu guter Letzt gibt es auch synthetisch replizierende ETFs, die die Indexentwicklung mit komplexen Finanzinstrumenten (Swaps) nachbilden. 
 

 

Physische Indexabbildung

  • Die im Index enthaltenen Wertpapiere werden ebenfalls im ETF gehalten.
  • Leicht verständlich
  • Transparent
 
   
   

 

 

Synthetische Indexabbildung

  • Der Index wird im ETF über ein Tauschgeschäft (Swap) nachgebildet.
  • Etwas komplizierter
  • Komplex
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"Kosten und Risiken von ETFs"

 

Kosten und Risiken von ETFs

ETFs müssen keine teuren Fondsmanager und Aktienanalysten beschäftigen. Folglich können sie günstiger für Anleger:innen angeboten werden. Für globale Aktien-ETFs zahlen Anleger:innen nur etwa 0,3 bis 0,5 Prozent pro Jahr. Für herkömmliche Investmentfonds ist meist das Drei- bis Fünffache fällig. Dafür erfolgt bei ETFs dann aber keine aktive Aktienauswahl. Sämtliche Aktien des Referenzindex landen automatisch im Portfolio – eine vorhergehende Prüfung findet nicht statt. Verglichen mit klassischen Sparmaßnahmen wie Sparbüchern, Tagesgeldkonten oder Festgeld, haben Anleger:innen Chancen auf höhere, attraktive Renditen. Trotzdem ist das Investieren in ETFs weniger riskant als das in Einzelaktien, denn das Risiko wird durch die Aufnahme verschiedener Wertpapiere und Anlageklassen innerhalb des Portfolios breit gestreut. Die Investition in ETFs ist also attraktiv für Anleger:innen, die nicht so risikofreudig sind.
 

Wie sicher sind ETFs?

Wie bei allen Anlagemöglichkeiten besteht auch bei der Investition in ETFs ein gewisses Risiko. Bevor du Geld anlegst, solltest du dich mit dem Thema und den unterschiedlichen ETF-Typen auseinandersetzen. Trotzdem haben ETFs einen besonderen Vorteil: Da sie als Sondervermögen gelten, ist das investierte Kapital per Gesetz geschützt und geht daher im Falle einer Insolvenz nicht verloren.

 

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"ETF Kategorien und Themen"

In welche ETFs soll ich investieren?

Bei der Auswahl gibt es unterschiedliche Themen und Kategorien – für welche du dich entscheiden solltest, hängt von verschiedenen Kriterien wie beispielsweise Anlageklasse, Höhe des Fondsvolumens, Diversifikation, Fondsalter und Kosten der ETFs ab. Zudem gibt es ETFs, die die Dividenden automatisch wieder anlegen (thesaurierend) und ETFs, die die Dividenden regelmäßig auszahlen (ausschütten).


Aber auch die individuelle Situation der Anleger:innen spielt eine wichtige Rolle bei der Auswahl der ETFs. Deshalb sollten die ETFs an die eigene finanzielle Situation, den Anlagehorizont, das Risikoempfinden und die Strategie angepasst werden.


Exchange Traded Funds: Themen und Kategorien
•    ETFs mit Themenfokus (z. B. Themen wie erneuerbare Energien, digitale Medizin, Metaverse)
•    ETFs auf Anlagekassen (z. B. Aktien-ETFs, Anleihen-ETFs, Rohstoff-ETFs)
•    ETFs auf Branchen (z. B. Automobil, Telekommunikation, Reise & Freizeit)
•    ETFs auf Regionen oder Länder (z. B. Asien, Europa, USA)

 

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"ETF Sparpläne"

ETF Sparpläne

ETF-Sparpläne sind beliebt, da Anleger:innen schon mit regelmäßigen, kleinen Beträgen langfristig Vermögen aufbauen können. Höhere Beträge sind ebenfalls möglich. Zudem können Investor:innen selbst den Turnus des Sparplans festlegen (pro Monat, pro Quartal, pro Jahr). Zudem profitieren sie vom Cost-Average-Effekt.

 

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"Cost-Average-Effekt"

Cost-Average-Effekt

Cost-Average-Effekt (Durchschnittskosteneffekt): Beim Erwerb von Wertpapieren durch regelmäßige, gleich hohe Einzahlungsbeträge (z. B. in einen ETF-Sparplan) kann der Cost-Average-Effekt dafür sorgen, dass Anleger:innen günstiger investieren als beim regelmäßigen Kauf einer festgelegten Anzahl von Anteilen. Über einen längeren Zeitraum lässt sich so unter Umständen ein günstigerer Durchschnittpreis für die Anteile erzielen.

In unserem Artikel zu ETF-Sparplänen erhältst du weitere nützliche Informationen.

 

Hinweis: Die Informationen in diesem Artikel dienen nur zu Informationszwecken und stellen keine Anlageberatung dar. Um spezifische Anlageempfehlungen zu erhalten, sollte eine Überprüfung und Beratung durch eine qualifizierte Fachperson erfolgen.


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