1.12.2023
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Hedgefonds


Hedgefonds als alternatives Investment



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Hedgefonds gelten als hochriskante Anlageform der Reichen. Der spezielle Investmentfonds zielt auf hohe Renditen ab und nutzt dazu komplexe Anlagestrategien. Hier erfährst du, wie Hedgefonds funktionieren und für wen sie geeignet sind.

 

Was ist ein Hedgefonds und wie funktioniert er?

Ein Hedgefonds (auch „Hedge“ oder „Hedgefunds“) ist ein spezieller Typ von Investmentfonds. Der Begriff Hedgefonds leitet sich vom englischen Wort „to hedge“ ab, was mit „absichern“ übersetzt werden kann. Hedgefonds werden aktiv gemanagt und haben zum Ziel, das Kapital der Investierenden zu schützen und gleichzeitig maximale Renditen zu erzielen, unabhängig von den Marktbedingungen. Dies wird durch eine Vielzahl von Anlagestrategien erreicht, die sich oft stark von den Herangehensweisen traditioneller Investmentfonds unterscheiden.

Ein zentrales Merkmal von Hedgefonds ist die Verwendung von Hebelfinanzierungen, auch Leverage genannt. Diese Strategie ermöglicht es dem Fonds, zusätzliches Kapital zu leihen, um größere Positionen einzugehen, als es allein durch das vorhandene Kapital möglich wäre. Der Leverage-Effekt kann dazu beitragen, die potenzielle Rendite zu steigern, birgt jedoch auch höhere Risiken, da Verluste proportional zu den gehebelten Positionen wirken.

Die Anlagestrategien von Hedgefonds sind äußerst vielfältig und reichen weit über traditionelle Investitionen in Aktien und Anleihen hinaus. So können sie in alternative Anlageklassen wie Rohstoffe und Immobilien investieren oder Währungsspekulationen betreiben.
 

Ein charakteristisches Merkmal ist die Fähigkeit, sowohl Long- als auch Short-Positionen einzunehmen. Das bedeutet, dass Hedgefonds auf steigende (Long) oder fallende (Short) Kurse setzen können. Diese Flexibilität erlaubt es Hedgefonds, in unterschiedlichen Marktphasen Gewinne zu erzielen.

 

 

 

 

Hedgefonds in Deutschland

Hedgefonds unterliegen in Deutschland rechtlichen Rahmenbedingungen, die von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) festgelegt werden. Die Regulierung von Hedgefonds in Deutschland zielt darauf ab, Transparenz und Stabilität im Finanzsystem zu gewährleisten und potenzielle Risiken zu minimieren. Einige der Anforderungen, die in Deutschland gelten können, umfassen:

  • Registrierung des Hedgefonds in Deutschland und Zulassung von der BaFin
  • Regelmäßige Berichterstattung über Aktivitäten, Positionen und Risiken
  • Bereitstellung klarer Informationen für Investor:innen
  • Implementierung angemessener Risikomanagementverfahren

 

In den USA und Großbritannien sind Hedgefonds verbreiteter als in Deutschland. Als weltweit größter Hedgefonds gilt der in den USA ansässige Fonds Bridgewater Associates, gegründet von Ray Dalio. In folgender Hedgefonds-Liste findest du die fünf weltweit größten Hedgefonds aus dem Jahr 2023.

 

Rang Unternehmen Verwaltetes Vermögen 
1 Bridgewater Associates 97,2 Mrd. US-Dollar
2 Man Group 69,9 Mrd. US-Dollar
3 Millennium Management, LLC 57,3 Mrd. US-Dollar
4 The Children’s Investment Fund Management 56,0 Mrd. US-Dollar
5 Citadel LLC 52,5 Mrd. US-Dollar

 

 

 

Immobilien-Hedgefonds

Hedgefonds-Strategien mit Long- und Short-Positionen oder Derivaten können auch für Immobilieninvestments angewendet werden. Hedges, die in Immobilien investieren, zielen ähnlich wie herkömmliche Hedgefonds auf maximale Renditen und kontrolliertes Risiko ab. Der Fokus liegt jedoch auf dem Immobilienmarkt und den damit verbundenen Chancen und Risiken.
 

Diese Fonds können in verschiedene Arten von Immobilien investieren, wie Gewerbe- oder Wohnimmobilien, Immobilienentwicklungen und weitere Immobilienarten, um die Diversifikation zu erhöhen. Genau wie bei Investments in einzelne Immobilienaktien handelt es sich um eine Investmentmöglichkeit, bei der du nicht direkt eine Immobilie kaufen musst.

 

Die Rolle des Hedgefonds-Managements

Hedgefonds-Manager:innen sind für die Strategieentwicklung sowie das Portfolio- und Risikomanagement zuständig. Sie sind von großer Bedeutung, da sie maßgeblich dazu beitragen, die Investmentziele des Fonds zu erreichen. Die Fähigkeiten der Hedgefonds-Manager:innen sind entscheidend, um im komplexen und herausfordernden Umfeld der Hedgefonds erfolgreich zu sein.

 

In Hedgefonds investieren

Die beiden Haupttypen von Hedgefonds sind Single-Hedgefonds und Dach-Hedgefonds (Fund of Funds), und sie unterscheiden sich in ihrer Struktur und Anlagestrategie.
 

  • Beim Single-Hedgefonds handelt es sich um einen eigenständigen Fonds, der direkt in Wertpapiere, Derivate oder andere Finanzinstrumente investiert. Angewendet werden verschiedene Strategien, um unabhängig von der Marktentwicklung positive Renditen zu erzielen. Single-Hedgefonds sind typischerweise auf eine spezifische Anlagestrategie oder einen Marktsektor fokussiert, was zu einem höheren spezifischen Risiko führen kann.

 

  • Ein Dach-Hedgefonds investiert dagegen in eine Vielzahl anderer Hedgefonds statt direkt in Wertpapiere oder Derivate. Dadurch haben sie oft auch eine doppelte Gebührenstruktur, da sowohl der Dachfonds als auch die einzelnen Zielfonds Gebühren erheben. Mithilfe von Investitionen in verschiedene Fonds, die unterschiedliche Strategien verfolgen, streben Dach-Hedgefonds eine Risikostreuung an und zielen auf stabile, aber oft niedrigere Renditen ab. 

 

Für private Kleinanleger:innen gestaltet sich der Zugang zu Single-Hedgefonds  in Deutschland schwierig: Es gelten für den Anlegerschutz strenge Regeln und Investor:innen müssen einige Bedingungen erfüllen, die je nach Fonds variieren können. In Deutschland ist es nur semi-professionellen oder professionellen Investor:innen erlaubt, in einzelne Hedgefonds zu investieren.
 

Vorher müssen Anleger:innen oft eine Eignungsprüfung durchlaufen. Diese Prüfung bewertet ihre finanzielle Situation, das Risikoprofil und die Erfahrung. Viele Hedgefonds erfordern hohe Mindestanlagebeträge. Anhand dieser Anforderungen wird deutlich, weshalb Hedgefonds als Investment eher für Vermögende, Großanleger:innen und institutionelle Anleger:innen geeignet sind.
 

Kleinanleger:innen haben stattdessen die Möglichkeit, in Dach-Hedgefonds zu investieren. Dabei fallen jedoch wegen der doppelten Gebührenstruktur hohe Kosten an. Zudem sind die strategischen Möglichkeiten stark eingeschränkt: Dach-Hedgefonds dürfen maximal 20 Prozent ihres Volumens in einzelne Fonds investieren und Leerverkäufe sind verboten. Auch der Leverage-Effekt darf kaum genutzt werden.

 

Eine indirekte Option, trotz der Einschränkungen als Privatanleger:in in Single-Hedgefonds zu investieren, ist der Kauf von Aktien börsennotierter Hedgefonds-Gesellschaften. Solltest du dich dafür entscheiden, in Hedgefonds zu investieren – etwa, um dein Portfolio weiter zu diversifizieren –, solltest du unbedingt auf diese Faktoren achten:

  • Mindestanlage
  • Gebühren
  • Risikobewertung
  • Vergleich zu anderen Hedgefonds
  • Fähigkeiten der Hedgefonds-Manager:innen

 

Lass dich am besten professionell beraten, denn die Investition in Hedgefonds erfordert ein umfassendes Verständnis der Finanzmärkte und der damit verbundenen Risiken.

 

 

Risiken für Anleger:innen

Hedgefonds sind mit ihren komplexen Anlageklassen hochspekulativ und bergen damit nicht nur außergewöhnliche Gewinnchancen, sondern auch ein hohes Verlustrisiko – bis hin zum Totalverlust. Das Vermögen eines Hedgefonds gilt nicht als Sondervermögen, sodass Anleger:innen ihr gesamtes Kapital verlieren können. Hinzu kommen Liquiditätsrisiken, hohe Gebühren und mangelnde Transparenz. Die Anlageform ist für sehr chancenorientierte, risikotolerante Investor:innen geeignet und erfordert besondere Aufmerksamkeit.



Hinweis: Die Informationen in diesem Artikel dienen nur zu Informationszwecken und stellen keine Anlageberatung dar. Um spezifische Anlageempfehlungen zu erhalten, sollte eine Überprüfung und Beratung durch eine qualifizierte Fachperson erfolgen.


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