23.8.2023
# volatilität# risikokennzahl# volatilitätsindex

Volatilität


Erfahrene Investor:innen kennen den Begriff Volatilität, und Erstanleger:innen sollten sich in jedem Fall damit beschäftigen. Schließlich ist sie eine der wichtigsten Risikokennzahlen in der Finanzwelt, die Auskunft darüber gibt, wie stark die Renditen von Aktien und anderen Wertpapieren schwanken. Die historische Volatilität hilft also, das Investitionsrisiko besser abzuschätzen. Was genau die Zahl über deine Investments aussagt und wie sie berechnet wird, erklären wir hier.



Inhaltsübersicht

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"Definition Volatilität"

Volatilität: Definition

Unter Volatilität versteht man die Schwankungsbreite eines Investments (zum Beispiel Aktien, Anleihen, Zinsen oder Märkte) - sie gibt also an, wie stark die Rendite einer Kapitalanlage wie zum Beispiel einer Aktie schwankt. Die Volatilität findet in der Kapitalmarkttheorie als wichtigste Kennzahl zur Darstellung des Risikos einer Investition Anwendung. Um die Volatilität zu bestimmen, werden die Schwankungen der Rendite eines Anlageprodukts betrachtet. Dabei wird gemessen, wie weit sich die Renditen der einzelnen Perioden von deren Durchschnittswert entfernen. Je größer die Schwankung, desto volatiler ist die Anlage - und gilt somit als umso risikoreicher.

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"Bedeutung einer hohen oder niedrigen Volatilität"

 

Hohe Volatilität vs. niedrige Volatilität

Je weiter sich die Renditen eines Investments vom Durchschnittswert wegbewegen, desto höher ist die Volatilität und somit das Risiko. Bleiben die Werte hingegen nah am Mittelwert, ist das Risiko niedriger, da die Renditen nur mäßig variieren. Anleger:innen können die Volatilität zu ihrem Vorteil nutzen.

 

Hohe Volatilität

Anleger:innen mit einer hohen Risikobereitschaft wählen ein Finanzinstrument mit einer hohen Volatilität und können sich auf kurzfristige Preisschwankungen spekulativ ausrichten. Wer dieses hohe Risiko eingeht, weiß, dass eine hohe Volatilität nicht nur hohe Renditen, sondern auch hohe Verluste mit sich bringen kann.

 

Niedrige Volatilität

Wertpapiere mit einer niedrigen Volatilität wählen Anleger:innen mit niedriger Risikobereitschaft, die sich auf stabilere Preisentwicklungen einstellen möchten. Investor:innen können hier zwar nicht mit schnellen Gewinnen rechnen, gleichzeitig sinkt aber auch das Risiko, große, finanzielle Verluste durch abstürzende Kurse zu erleben. Investments mit einer niedrigen Volatilität sind daher im Vergleich zu Wertpapieren mit einer hohen Volatilität eine stabilere Anlage.

 

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"Volatilität berechnen"

Volatilität berechnen

Zur Messung der Volatilität einer konkreten Investition wird in der Regel die Standardabweichung herangezogen. Die tägliche Standardabweichung einer Stichprobe berechnet sich nach der folgenden Formel:
 

Quelle: https://www.ideas-magazin.de/informationen/wissen/volatilitaet-definition-und-erklaerung/

 

 

 

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"Bedeutung einer historischen oder impliziten Volatilität"

Historische vs. implizite Volatilität

Bei der Volatilität sind grundsätzlich zwei Werte zu unterscheiden: die historische und die implizite Volatilität.

  • Die historische Volatilität lässt sich aus den vergangenen Kursverläufen eines Wertpapiers  errechnen. Sie gibt an, wie stark die Rendite einer Aktie in der Vergangenheit um den Durchschnittswert gestreut hat.
  • Bei der impliziten Volatilität hingegen richtet sich der Blick auf die Gegenwart: Sie gibt die erwartete Schwankungsbreite an und wird über die aktuellen Marktpreise von Optionen berechnet. Dieser Wert wird daher gern für Prognosen genutzt. 

 

Diese Art der Berechnung bildet die Grundlage des DAX-Volatilitätsindex (VDAX). Der wohl wichtigste Index für die implizite Volatilität auf dem deutschen Aktienmarkt gibt in Prozentpunkten an, welche Volatilität in den kommenden 45 Tagen für den DAX zu erwarten ist. Er berechnet sich auf Grundlage von DAX-Optionskontrakten mit bis zu 24-monatiger Laufzeit. Die Veröffentlichung des VDAX erfolgt durch die Deutsche Börsen AG einmal börsentäglich um 13:45 Uhr. Der VDAX wurde am 5. Dezember 1994 eingeführt. Den bislang höchsten Tagesschlusskurs erzielte der VDAX mit einem Indexstand von 83,23 Punkten während der Finanzkrise am 16. Oktober 2008.

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"Vor- und Nachteile der Volatilität"

 

Volatilität: Vor- und Nachteile

 

Vorteile

  • Anleger:innen können durch kurzfristige Schwankungen auf schnelle Gewinne spekulieren.
  • Kontrolle über Investitionen: Anleger:innen können sich mit richtiger Strategie auf steigende und fallende Kurse vorbereiten.
  • Hilft dabei, Chancen und Risiken verschiedener Anlagemöglichkeiten gegeneinander abzuwägen.  

 

 

 

Nachteile

  • Hohes Risiko bei hoher Volatilität durch starke Schwankungen, die zu hohen Verlusten führen können.
  • Spekulation nur für Anleger:innen geeignet, die die möglichen Risiken vollständig verstehen und tragen können.
  • Historische Volatilität ist eine Indikation, aber keine Garantie für die Zukunft.
     

Hinweis: Die Informationen in diesem Artikel dienen nur zu Informationszwecken und stellen keine Anlageberatung dar. Um spezifische Anlageempfehlungen zu erhalten, sollte eine Überprüfung und Beratung durch eine qualifizierte Fachperson erfolgen.


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